Ein Taschenmesser als Helfer für den Alltag


als jemand der meistens ein Taschenmesser bei sich trägt und auch häufig benutzt, habe ich natürlich schon ein paar unterschiedliche Modelle ausprobiert. Erfahren Sie in diesem Beitrag welches mein Lieblingsmodell ist und warum.

Eines vorab. Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet und will mich auch gar nicht als so einer darstellen. Wer einen ausgewachsenen Spleen für Schneidwerkzeuge hat und sich schon lange damit beschäftigt, wird in diesem Artikel nichts neues lernen. Für solche gibt es genügend einschlägige Internetforen, etwa www.messerforum.net, und auch etliche youtube Kanäle. Ich schreibe hier einfach als jemand der ein Taschenmesser als nützliches Werkzeug ansieht und zusätzlich noch eine Vorliebe für Altbewährtes und Haltbares hat.

Leatherman und Schweizer Messer

Mein erstes Taschenmesser bekam ich mit ungefähr 12 Jahren zu Weihnachten geschenkt. Ich halte es noch immer in Ehren, obwohl ich die Schneide beschädigte als ich es leichtsinnigerweise auf einem Schleifbock zu schärfen versuchte. Es handelt sich dabei um das Leatherman juice C2*. Was mich an ihm damals sehr beeindruckte waren die vielen Funktionen, heute würde ich wohl eher Spielereien dazu sagen, die es hatte: Kombizange, Korkenzieher, verschiedene Schraubendreher usw. Die Klinge fällt bei diesem Leatherman allerdings eher mickrig aus.

Eine echte Spezialität des Leatherman Juice C2* ist, dass es im aufgeklappten Zustand die Funktion einer Kombizange hat.

Als nächstes bekam ich zu einem Geburtstag von einem Freund ein „Schweizer Messer“, nämlich ein Victorinox Farmer*, welches bis vor kurzem auch mein Alltagstaschenmesser war. Auch dieses hat noch einige Zusatzfunktionen, beispielsweise eine Säge, Drahtabisolierer usw. Als tatsächlich nützlich erwies sich schon einige male die integrierte Stechahle, da es doch immer wieder einmal vorkommt, dass man irgendwo ein kleines Loch machen muss. Auch die Klinge hat bei dem Victorinox Farmer schon eine vernünftige, alltagstaugliche Größe. Mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist, dass manche der Werkzeuge sich über den Nagelhau nur recht schwer öffnen lassen.

Hier sehen Sie das Victorinox Farmer* mit den charakteristischen eloxierten Griffschalen aus Aluminium. Es ist ein sehr robustes und langlebiges Alltagstaschenmesser.

Mercator K55K

Nun will ich aber zu meinem derzeitigen Lieblingstaschenmesser für den Alltag kommen. Es handelt sich dabei um das sogenannte „Kaiser Wilhelm Messer“, auch „Mercator Messer“, „K 55 K“ oder im angelsächsischen Sprachraum „black cat knife“ genannt.

Das Mercator „K55K“ – ein altbewährtes, schlichtes und meiner Meinung nach sehr schönes Taschenmesser. Mein derzeitiger Favorit.

Es wird seit über 100 Jahren unverändert in Deutschland hergestellt. Außer der Öse am Griffende, hat es keinerlei Zusatzfunktionen, dafür aber eine anständig große Klinge. Der entscheidende Vorteil gegenüber meinen anderen beiden Taschenmessern ist der, dass die Klinge beim Aufklappen einrastet und somit nicht die Gefahr eines unbeabsichtigen Zuklappens während des Schneidens besteht. Will man die Klinge wieder einklappen, muss man zuerst mit dem Daumen die Verriegelung lösen.

Am Rücken des Messers befindet sich die mit dem Daumen zu betätigende Entriegelung.

Durch die sehr flache, nicht auftragende Bauform ist es ideal zum Mitführen in der Hosentasche. Man spürt und sieht gar nicht, dass man es dabei hat. Was mir auch sehr zusagt, ist die minimalistische Gestaltung. Der Griff besteht aus einem einzigen gestanzten und gebogenen Blech und das komplette Messer scheint mit vier Nieten zusammenzuhalten.

Eine ausführliche Vorstellung des Mercator Messers gibt es hier zu sehen:

Freilich gibt es an ihm auch ein paar Dinge die nicht ideal sind. Manche bemängeln etwa die Auswahl des Klingenwerkstoffes oder die manchmal nicht ganz gleichmäßige Verarbeitung des Griffes. Für den Preis bekomme man aus China besser verarbeitete Messer… Wer sich über die „Schwachstellen“ dieses Messers schlau machen will, sollte sich das folgende Video auf dem Youtube Kanal von eser69 anschauen:

Was mich, wie bereits erwähnt, fasziniert ist die einfache Bauweise des „K55K“. Den kompletten Herstellungsprozess durch die Firma Otter in Solingen kann man sich in diesem Video anschauen:

Fazit zum Mercator Messer

Kleinigkeiten, wie der nicht sehr ergonomische Griff, stören mich nicht – ich schneide ja nicht stundenlang mit dem Messer. Viel wichtiger ist mir, dass es sich angenehm und platzsparend tragen lässt. Bei meiner Wertschätzung für das Kaiser Wilhelm Messer spielen zugegebenermaßen auch ein wenig Patriotismus und Nostalgie mit, schließlich wird es seit über 100 Jahren unverändert in Deutschland hergestellt.

Beim K55K handelt es sich übrigens um ein sogenanntes Zweihandmesser, also ein Messer für das man zum Öffnen beide Hände braucht. Dementsprechend darf man es auch im BRD Gebiet bei sich tragen.

Kauf

Wer kein Messerfachgeschäft in der Nähe hat, kann es beispielsweise auf Ebay oder Amazon bestellen. Auf Amazon gibt es zwei Klingenwerkstoffe zur Auswahl: „Edelstahl rostfrei“ und „Carbonstahl“. Die Variante aus Carbonstahl, genauer gesagt aus C75, ist härter. Nähere Informationen gibt es auf der Seite der Firma Otter-Messer aus der deutschen „Messerstadt“ Solingen.

Mercator Messer auf Ebay*
Mercator Messer auf Amazon*

Dewim

Ein einfaches, auf das wichtigste reduziertes Leben ist schöner! Davon ist der Autor überzeugt. Mit den Beiträgen auf seiner Internetseite Dewim.de will er Anregungen zu mehr Schlichtheit geben.

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