Haue (Gartenhacke) anstielen


In diesem Artikel zeige ich wie man eine Gartenhacke, in meiner Gegend „Hau“ (Haue) genannt, neu anstielen kann ohne Geld für einen neuen Stiel ausgeben zu müssen.

Da ich schon dabei bin, säubere ich zuerst den Kopf mit dem Winkelschleifer und einer Fächerscheibe. Man sollte aufpassen hierbei den Stahl nicht zu überhitzen.

Gartenhackenkopf säubern
„Putzen“ des Hauenkopfes  mit Winkelschleifer und Fächerscheibe
alter Gartenhackenstiel
Der alte Stiel soll wiederverwendet werden…

Wie man im oberen Bild sieht, hat der Stiel einen Sprung. Ich kürze ihn so, dass der gesprungene Teil komplett wegfällt. Zum Kürzen nehme ich meinen Fein Multimaster. Es geht natürlich auch mit einer Handsäge.

Kürzen des Stieles

Als nächstes vergleiche ich das ursprüngliche, nun abgesägte Ende mit dem neuen Stielende und zeichne mit einem Filzstift den Ausschnitt für den Keil möglichst originalgetreu nach.

Vergleich Stiel alt und neu
Vergleich des abgesägten Stielendes mit dem neuen Ende
Vergleich Stiel alt und neu mit Markierung
Der Kerb wird möglichst ähnlich wie beim ursprünglichen Endstück angezeichnet

Nun bohre ich ein Loch am Ende des Keilausschnittes. Durch diesen runden Abschluss des Keilausschnittes erhoffe ich mir ein erneutes Aufspringen zu verhindern.

Stielkerb Loch bohren
Mit einem Bohrer dessen Durchmesser ungefähr der Spaltbreite entspricht, wird ein Loch gebohrt.

Jetzt werden die Seitenwangen des Keilausschnittes herausgesägt.

Herrausschneiden der Wangen des Kerbes
Herraussägen der Wangen des Kerbes
das herausgeschnittene Holzstück

Mit Schleifpapier wird der Keilausschnitt noch etwas geglättet.

Kerb ausputzen
Keilausschnitt „ausputzen“

Beim ersten Aufsetzten des Hauenkopfes auf den Stiel, werden die Umrisse grob angezeichnet.

Hauenkopf aufsetzen und Umrisse anzeichnen
Aufsetzten und Anzeichnen der Umrisse

Mit einem Ziehmesser und Schmirgelpapier arbeitet man sich nun Schrittweise an die gewünschte Kontur heran. Die vorhin angezeichnete Kontur ist nur eine grobe Hilfe.

Stielende bearbeiten mit Ziehmesser

Immerwieder setzt man den Hauenkopf auf den Stiel. Solange sich beim Draufklopfen noch Holz schält, sollte man an den entsprechenden Stellen noch ein bisserl Material abnehmen.

noch nicht ganz passender Stiel
Der Stiel muss noch ein wenig nachgearbeitet werden…
Aufsetzten des Hauenkopfes
Aufsetzen des Hauenkopfes…

Nun braucht man noch einen passenden Holzkeil. Diesen Schneide ich aus dem abgesägten Endstück heraus und schleife ihn ab.

Auch das alte Endstück ist noch für etwas zu brauchen…

Keil und Stielende werden mit Leinölfirnis eingepinselt. Davon erhoffe ich mir einen besseren Halt des Hauenkopfes und einen Schutz des Holzes vor Feuchtigkeit.

Leinölfirnis auftragen
Wenn die Kontur passt, wird Leinölfirnis aufgetragen.

Hauenkopf aufgesetzt mit Keil

Nun wird der Keil mit einigen gezielten Hammerschlägen eingetrieben und der Überstand abgeschnitten.

Keilüberstand absägen
Absägen des Keilüberstandes

Das Ende des Stieles wird nocheinmal abgeschliffen. Je glatter desto weniger leicht kann Feuchtigkeit eindringen.

nach dem Absägen des Keilüberstandes
nach dem Absägen des Keilüberstandes

Bei der Gelegenheit schleife ich auch den Rest des Stieles und lasse ihn mit Leinölfirins ein.

Hier das Ergebnis…

Verweise zu Materialien und Werkzeugen

Dewim

Ein einfaches, auf das wichtigste reduziertes Leben ist schöner! Davon ist der Autor überzeugt. Mit den Beiträgen auf seiner Internetseite Dewim.de will er Anregungen zu mehr Schlichtheit geben.

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